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Kompetenzfeld

Spezialtiefbau & Tragwerksverstärkung

Bohren, verankern, verpressen, verstärken: Verfahren, die in den Baugrund oder in tragende Strukturen eingreifen – präzise, dokumentiert und auch unter beengten Verhältnissen.

Bohrgerät an einer Wand aus Natursteinmauerwerk

01 · Spezialtiefbau

Spezielle Bohrtechnik

Je nach Ziel und Zweck führen wir Bohrungen als Kernbohrungen oder Vollbohrungen aus – in Beton, Mauerwerk oder Fels.

Kernbohrungen eignen sich für Bohrlöcher etwa für Rohrdurchführungen, Anker- oder Injektionsarbeiten oder zur Gewinnung von Bohrkernen für die Bauwerkserkundung und Materialuntersuchung. Daraus ergibt sich auch die Wahl des Kernrohrs: Einfach-, Doppel- oder Seilkernrohr.

Je nach Maßnahme setzen wir ein:

  • Elektrische Bohranlagen mit oder ohne Vorschubautomat (Bohrmatik)
  • Hydraulische Bohrmotoren mit Bohrvorschub – als Anbaugerät am Minibagger oder direkt am Bauwerk montiert
  • Bohrraupen und Trägergeräte mit speziellen Anbaulafetten für größere Tiefen und Durchmesser
  • Imlochhämmer für besonders anspruchsvolle oder tiefreichende Bohrungen

Bohrungen für Injektionsarbeiten

Bei porösem Massenbeton oder hohlraumreichen, durchlässigen Bauwerken sind Bohrungen Teil der Bauwerkserkundung: Zunächst werden Bohrkerne gewonnen und auf den Bauwerkszustand untersucht. In den Bohrlöchern empfiehlt sich eine Befahrung mit Bohrlochkamera oder Bohrlochscanner, um Hohllagen und Fehlstellen zu erkunden. Anschließend zeigen Wasser-Druck-Versuche (W/D-Versuche) über die eingebrachte Wassermenge, wie durchlässig das Bauwerk ist.

Qualitätssicherung und Dokumentation

Für Bohrungen zur Bauwerkserkundung gibt das Merkblatt „Bohrkernentnahme für Bauwerksuntersuchungen“ (MBK) der Bundesanstalt für Wasserbau Hinweise zur Dokumentation. Für jede Bohrung fertigen wir Bohrprotokolle mit Ausführungsdaten, bohrtechnischen Daten und Probenübersicht an, dazu Schichtenverzeichnisse mit Angaben zu Bewehrung, Fremdkörpern, Hohllagen und Rissen. Den Erfolg einer Bohr- und Injektionsmaßnahme belegen W/D-Protokolle vor, während und nach der Maßnahme.

Besonderheit: Sägetechnik

Mit der Seilsäge stellen wir Öffnungen aller Art her – in Ziegel-, Misch- und Bruchsteinmauerwerk ebenso wie in Beton und Stahlbeton, überwiegend im Nassschnitt. Eine Sonderform ist die Zirkelsäge: Mit ihr entstehen nachträglich runde oder ovale Durchbrüche bis DN 3200, etwa für Treppenöffnungen oder Rohrdurchführungen im Trinkwasserbehälter.

02 · Spezialtiefbau

Kleinbohrpfähle & Ankertechnik

Mikropfähle bzw. Kleinbohrverpresspfähle leiten Lasten punktuell in den Untergrund ein – für Gründungen, Unterfangungen und Nachgründungen im Bestand.

Weil sie sich unter sehr beengten Verhältnissen herstellen lassen, eignen sie sich besonders für Bestandsbauwerke. Wir arbeiten mit Durchmessern bis 300 mm im verrohrten oder unverrohrten Bohrverfahren.

Verpressanker und Verpresspfähle

Bei Verpresspfählen und -ankern, die nur auf Zug beansprucht werden, wird ein durchgehendes Stahltragglied in die Bohrung eingebracht und am hinteren Ende ein Verpresskörper hergestellt – nur dort wird die Last in den Baugrund eingeleitet.

Umschließt der eingebrachte Zementmörtel dagegen das gesamte Tragglied, wird die Kraft über den Verbund auf ganzer Länge übertragen. Solche Verpresspfähle können auf Zug und Druck beansprucht werden.

03 · Spezialtiefbau

Injektionsverfahren

Risse und Hohlräume können verschiedene Ursachen haben. Bevor wir Injektionsgut und Verfahren wählen, erfassen und analysieren wir Riss- und Hohlraumarten, Feuchtezustände und Merkmale.

Injektionsgut und Gerätetechnik

Zur Verfügung stehen Epoxidharz (EP), Polyurethan (PUR), Zementsuspension (ZS), Zementleim (ZL) und Acrylatgel (AY). Die Wahl hängt von Rissart und -breite bzw. Hohlraumvolumen, Feuchtezustand, Anwendungsziel und Temperatur ab. Viskosität, Fließgrenze, Sedimentationsverhalten und Festigkeit prüfen unsere Mitarbeiter qualitätsbegleitend auf der Baustelle.

Riss- und Hohlrauminjektion betrachten wir in Ausführung und Gerätetechnik getrennt. Unsere Ausstattung reicht von ein-, zwei- und dreikomponentigen Injektionsgeräten über hochtourige Mischer und Doppelplungerpumpen bis zu Einheiten für Steuerung und Visualisierung.

Bauwerkserkundung und Probemaßnahme

Bohrkerne zeigen das Hohlraumvolumen im porösen Gefüge und die Druckfestigkeit; Bohrlochkamera oder -scanner und W/D-Versuche ergänzen das Bild. Damit empfiehlt sich eine Probemaßnahme, die nach Merkblatt DWA-M 506 („Injektionen mit hydraulischen Bindemitteln in Wasserbauwerken aus Massenbeton“) als Eignungsprüfung für die eigentliche Baumaßnahme dient.

Qualitätssicherung und Dokumentation

Bei Rissinjektionen führen wir Tages- und Rissprotokolle mit Rissbreite, Bauteiltemperatur, Verbrauch und Chargennummer, bei Hohlrauminjektionen Injektionsprotokolle mit Menge, Zeit, Bereichen, Bohransatzpunkten und Einzelkomponenten. Injektionsarbeiten melden wir bei einer anerkannten Stelle an und lassen sie überwachen.

Vergelung und Fugeninjektion

Undichte Konstruktionen dichten wir nachträglich über Rasterbohrungen mit Acrylatgel ab: Das Gel verdrängt das vorhandene Wasser und bildet eine elastische Abdichtung. Undichte oder umläufige Fugenbänder setzen wir über Injektionsschlauchsysteme oder nachträglich gesetzte Packer instand.

04 · Spezialtiefbau

Verstärkung mit Lamellen, Sheets und Laschen

Nutzungsänderungen, ein geändertes statisches System, nachträgliche Aussparungen, korrodierte Bewehrung oder Brandschäden: Es gibt viele Gründe, ein Bauwerk nachträglich zu verstärken.

Bei der Verstärkung mit CFK-Lamellen wird keine Feuchtigkeit in das Bauwerk eingetragen, Konstruktionshöhe und Eigengewicht steigen kaum. Weil der Kleber nicht wärmebeständig ist, sind besondere Vorkehrungen für den Brandschutz zu treffen.

In Schlitze eingeklebte Lamellen verbessern das duktile Verhalten: Dafür werden Schlitze in den Beton geschnitten, sorgfältig gereinigt und die Lamelle mit Epoxidharzkleber eingepresst – für die Verstärkung des Stützmoments oder als Biegezugverstärkung.

CF-Gelege (Kohlefasern auf einem Trägergewebe) werden mit Epoxidharz auf die Betonoberfläche laminiert und passen sich jeder Bauteilform an. Sie dienen der Biegezug- und Schubverstärkung und besonders der Instandsetzung von Stützen. Für den Einbau ist besonders qualifiziertes Fachpersonal erforderlich.

Ihr Projekt

Sprechen wir über Ihr Bauwerk.

Rufen Sie uns an – gern kommen wir zu einem Termin vor Ort und beraten Sie individuell. Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 16:30 Uhr, Freitag von 8:00 bis 14:00 Uhr.

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